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Die links stehenden Verweise leiten zu kostenpflichtigen Informationsseiten. Die Info-Seiten bieten Erklärungen  zu den jeweiligen Epochen der Kunst (Schwerpunkt Architektur!) und zum zugehörigen geschichtlichen Zusammenhang.

Die Seiten sind gemacht für Schüler zu Vorbereitungen für die Fächer Deutsch, Geschichte und Kunst. Weiterhin sind die Infos interessant für alle, die sich in die Themen Architektur, Kunsttheorie und Denkmalschutz einarbeiten. Die Abrufkosten liegen zwischen 0,50 und 1,50 Euro (Abrechnung mit dem bekannten Minimal-Bezahlsystem Firstgate Click & Buy.

 

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Die Gudenau im rheinischen Meckenheimer Land. Die mittelalterliche Wasserburg wurde zum sterbensschönen Renaissance-Schlo ss, erhielt - noch später - brüskierend sinnliche Akzente des Barock.

SPIEGEL DER ZEITEN

Was ist eine Kunstepoche? Kann man das einfach dingfest machen? Barock von 1600 bis 1730. Gilt die Aussage für die Malerei oder für die Architektur? Für die Musik vielleicht? Gilt die Aussage für Italien, Deutschland oder die Niederlande? Gilt sie auf dem vom bäuerlichen Leben geprägten Dorf  oder gilt sie für die Städte, in denen die Herschenden ihren Pomp als äußeres Bild ihrer Macht entfalten?So einfach ist es also nicht. Es kann nach Kunstgenres unterschieden werden, nach geografischen Ursprüngen, nach unterschiedlichen Verbreitungswegen und unterschiedlichen Verbreitungsgeschwindigkeiten. Unterschieden ebenfalls nach den völlig auseinanderweichenden  Bedürfnissen oder Lebenssituationen einzelner Bevölkerungsgruppen.


Wie definiert sich eine Kunstepoche? - Im Zweifelsfall gar nicht. Häufig wird sie erst aus der zeitlichen Distanz als eigenständiges Phänomen wahrnehmbar. Was wir heute “Gotik” nennen, hatte in den Zeiten der Gotik wahrscheinlich eine andere Bezeichnung. Oder gar keine. Wer hätte sich in den siebziger Jahren - außer dem Hersteller der Zahnpasta “Strahler 70” - darum Gedanken gemacht, wie die eigene Zeit zu benennen sei? Heute spricht man kurzerhand von den 70ern und meint es überwiegend  abschätzig: Synonym für Geschmacklosigkeit, Schlagermusik, billigen Glitter bei den Popgruppen, Schlaghosen (die zu schweren Fahrradunfällen führten), unmöglichen Kravatten, Hemdskragen mit Segelflugeignung, Afro-Look, Koteletten bei den Männern. In der Architektur: unterkühlte Schmucklosigkeit. Zeitalter des rohen Betons - allein nützlich, bis zur Erbarmungslosigkeit vom Verstand geleitet. - Wirklich?


Oben und rechts: Stadtbefestigungstü rme in Warburg (Westfalen): Auf mittelalterlichem Viereck oder Rund sitzen barocke Hauben auf.


Vorangegangenen Modetrends - Kunstepochen - ging es häufig ähnlich. Ihre Eigenbenennung und ihre positive In-Szene-Setzung etablierte sich nur in wenigen Fällen. Häufig wurden Kunstepochen von den Vertretern einer ideologisch entgegengesetzten Folgemode betitelt, zugeordnet - und öfters auch diffamiert. Jede Folgemode stand zumindest insofern unter Zwang, das Alte zu definieren, als sie zur Selbstfindung eine Abgrenzung dagegen vornehmen mußte: negative Selbstdefinition.

Genau genommen ist ein Kunststil, eine Kunstepoche, zu ihrer eigenen Zeit nichts weiter als die Art der Lebensmode, die sich durchzusetzen verstand. Weil sie den äußeren Lebensbedingungen einflußreicher Sozialschichten gerecht wurde. Weil sie das Lebensgefühl dieser Schichten traf. Weil gerade etwas Neues erfunden und auf den Markt gebracht wurde - egal, ob gotisches Strebewerk oder 60er-Jahre Polyesterhemd. (Viele wissen noch, wie das gezwackt hat. Und man hat fürchterlich darin im eigenen Schweiß gebadet).

Wenn sich etwas Neues zu etablieren beginnt, will jeder dabeisein, jeder dazugehören. Welcher Baumeister, zum Beispiel um 1300 n. Chr., wollte eine festungsähnliche, romanische Kirche mit dicken Wehrmauern und schweren Wänden errichten, wenn durch die meisten Kirchen Europas längst das Licht durch gotische Buntglasscheiben ins Innere hineinbricht und grazile Rippenkonstruktionen den Gebäuden etwas Feinnerviges, Kultiviertes verleihen. Kenn Follets Historienroman und Bestseller “Die Säulen der Erde” beschreibt anschaulich, wie ein solcher Wechsel in der ästhetischen Auffassung der Gesellschaften vonstatten geht.

Dieser Wechsel lässt sich aber auch an den meisten Gebäuden direkt ablesen: Kaum ein historischer Gebäudebestand hat sich während der Jahrhunderte in stilreiner Form erhalten: Von den Türmen der Burg- und Stadtbefestigungen verschwanden die Zinnenkränze, als sie wehrtechnisch überflüssig wurden. Und auch, wenn ein Dachstuhl-Brand einen himmelwärts gereckten gotischen Turmhelm vernichtet hatte, errichtete man ihn in Renaissance und Barock nicht in gleicher Weise neu, sondern ersetzte das Verlorengegangene durch geschwungene Hauben oder gar Mansarddächer.

© 2000 Rainer Liesenfeld


An diesem Gebäude mit Krüppelwalmdach, einem ländlichen Herrenhaus nahe der Stadt Vianden in Luxemburg und kurz hinter der deutschen Grenze, hat man die Spuren unterschiedlicher Stile hinterlassen. Das Haus ist gewissermaßen “organisch” gewachsen.

Viele Zeichen weisen auf das Barockzeitalter. Nicht nur das am Haupthaus angebrachte Datum 1748 dokumentiert einen späten Barock. Auch das Eingangsportal, dessen gesprengter (unterbrochener) Kreissegment-Giebel Platz für einen Wappenschmuck läßt. Schließlich sind auch die am Treppenturm eingefügten Ochsenaugen-Fenster barocker Herkunft.

Der Turm selbst zeigt die Datumsinschrift 1228, ist demnach gotischen Ursprungs. Die Anmutung der gesamten Hauptfront legt indessen das Proportionengefühl der Renaissance-Zeit nahe.

Zugehörig zum Herrenhaus ist das erhaltene Torhaus. Dessen weit nach oben gestrecktes Walmdach und der mächtige Kamin zeigen gotisches Formgefühl. Die Rotsandstein-Einfassungen an Gebäudekanten und Toröffnung dürften eher aus dem Barock. stammen.

Die Gesamt-Anlage ist von Resten einer mittelalterlichen Wehrbefestigung umgeben.


Vergangenheit bewahren - Gegenwart leben - Zukunft gestalten

Wer sich die Frage nach dem Wohin stellt, stellt auch die Frage nach dem Woher. Immerhin ist eine Kreisbahn nicht auszuschließen.


WE DO LEARN FROM HISTORY THAT WE
 DON`T LEARN ANYTHING FROM HISTORY

Lakonischer klingt das im Deutschen: Geschichte wiederholt sich nicht.

Die englischsprachige Version aber gab es als effekthaschenden und zustimmungsheischenden Spruch - als Aufdruck auf einem T-Shirt.  Die Aussage ist nicht bedauernd gemeint.Vielleicht deskriptiv. Am wahrscheinlichsten frönt sie heute einer munteren Ignoranz. - Dabei stamme der Ausspruch, so ein Besucher von Pfeilfinder.de, von keinem Geringeren als Mahatma Ghandi. An dessen lauterer Intelligenz zu zweifeln, wäre vermessen.

Geschichte wiederholt sich: an anderen Orten, zu anderen Zeiten. Weil alle Geschöpfe gemäß den situativen Gegebenheiten reagieren, denen sie sich ausgesetzt finden. “Situative Gegebenheiten” etablieren sich nach den Gesetzen der Natur. Sie unterliegen diesen Gesetzen. Zunächst den Gesetzen der Physik - und daraus abgeleitet auch den Rahmenbedingungen des biologischen Geschehens.

Und zu diesen Rahmenbedingungen gehört auch, daß Geschichte keine Richtung besitzt. Sie gehorcht eben nicht einem alteuropäisch-linearen Prinzip. Doch an dieser Stelle treffen wir nicht nur auf den Inder Ghandi, sondern auch auf den europäischen Philosophen Karl Popper:

Wenn Sozialdenker wie Karl Marx, dessen hegelianische Nachfolger und einige Vertreter der Frankfurter Schule uns ein Prinzip gerichteter Entwicklung vermitteln wollen, dann handelt es sich vermutlich um einen bewussten Täuschungsversuch - in zivilisierter Absicht zwar, aber dennoch das Mittel der Lüge gebrauchend. Manche würden weitergehen - und sagen: Es handelt sich - darüber hinaus - um strafwürdige Fahrlässigkeit, naive Unbekümmertheit, mangelndes Gestaltungsinteresse.

So hat etwa die unhinterfragende europäische “Toleranz” gegenüber den jüngeren Entwicklungen im Islam gezeigt, dass die Annahme einer steten Höherentwicklung des Menschen zu weltbedrohlichen Situationen führen kann: Die islamische Kultur, noch im Mittelalter der europäischen turmhoch überlegen, ist mittlerweile auf den Status eines primitiven, dogmatisch-orthodoxen und intoleranten Zerstörungswahns herabgesunken. Nicht nur in Afghanistan, das noch vor wenigen Jahrzehnten ein Land in hoher kultureller Blüte war, wüteten - vom Westen und von pubertierenden Söhnen des arabischen Adels mit Waffen versorgt - barbarische Glaubensfanatiker, getrieben von pathologischem Verfolgungswahn und tiefen seelischen Minderwertigkeitskomplexen. Die Sprengung der afghanischen Buddha-Statuen, das Symbol einer religiös untermauerten Hochkultur, sei nur als Beispiel für diesen Seelen-Komplex zottelbärtiger Wüteriche genannt. Männer ohne Penis und Gehirn. Vom Schönen der Erde irritiert, wenden sie sich der Fiktion paradiesischer Schönheit zu. Mit dem Verweis auf das Paradies entheben sie sich dem mühevollen Anspruch, eine irdische Verantwortung zu übernehmen.

Wie wäre es also mit einer polemischen Entgegnung: Wir lernen aus der Geschichte, dass Dummheit und Unwissenheit eine impertinente, kindhafte Durchsetzungskraft entwickeln, wenn man ihrem Wachstum nicht rechtzeitig vorbeugt: Bildung von Verstand und Seele, Aufbau von Selbstbewusstsein durch Übertragung von Verantwortung, Gewähren von Erfolgserlebnissen. Mißtrauen gegen das Dogmatische fördern! Vielleicht ... ein Haus bauen mit den wundervollen Bogenschwüngen des traditionellen arabischen Stils - oh nein, nicht als religiöse Stätte, sondern die schattenspendenden Mauern eines irdenen Garten Edens, in dem bepflanzte Waagschalen schwingen: zivilisatorisch verpflichtete Wissenschaft und animalische Kunst in einem sinnlich lachenden Überschwang.

Aus der Geschichte lernen wir, daß wir nichts aus der Geschichte lernen? - Wenn es nach dem biologisch-evolutionären Zufallsprinzip geht, stimmt die Aussage. Dann beschreibt sie ein Faktum. Wenn es darum geht, gegenüber dem sinnlosen Zufall naturbürtigen Verhaltens eine sinngebende Zivilisation zu etablieren, darf der oben genannte Ausspruch nur als Warnung aufgefasst werden - als Aufforderung zum Widerspruch.

Rainer Liesenfeld, © 2001